Entpolitisiert

“Straight” ein Life-Style Mag für Frauen, die mit Frauen Sex haben, möchte vieles.

Food-Travel-Fashion präsentieren, Themen wie Beziehungen / Partner*innensuche ansprechen, und über die “Eigenheiten der Community” berichten – #yippyyaygay, die Parole.

Unicorn by Amcolly (2017).Dass Lesben und andere Frauen, die mit Frauen Sex haben, bei den Hochglanzmagazinen bisher eher mit einer Existenz am Katzentisch Vorlieb nehmen mussten, verwundert nur diejenigen, die sich nie zur Ökonomie der Geschlechter-/LGBTIQ*-Ungleichbehandlung Gedanken gemacht haben. Das Doppeleinkommen zweier Frauen hat gute Chancen niedriger zu sein, als jedes Doppeleinkommen in dem ein Mann (geschweige denn zwei) eine Rolle spielt(-en). Hinzu kommt, dass Frauen eine überdurchschnittlich Wahrscheinlichkeit haben, Kinder versorgen zu dürfen/sollen. Das ohnehin oft kleinere Budget wird hierdurch weiter eingeschränkt. Wenn ich eine Redaktion bin, mache ich doch eher Medienprodukte für eine Zielgruppe mit höherem, als für eine mit niedrigerem verfügbaren Einkommen. Nur dann kann ich mein Produkt der Werbeindustrie so richtig schmackhaft machen. So zumindest eine Erklärung des Phänomens weswegen der Markt nicht mit Lesbenmagazinen überschwemmt ist. Aber sei es darum.

Nun möchte “Straight” dem entgegenwirken, und das “auf einer entpolitisierten Basis”¹, so Gründer*in Felicia Mutterer im Interview mit der Zeitung zeitjung.de. Ersteres ist sicherlich ein Beitrag zum Dialog gegen System-immanenter Ungerechtigkeit, die sich so äußert: Frau ohne Mann = Frau ohne Geld = Frau deren Belange von wenig Interesse sind. Aber wie um Alles in der Welt kann der Anspruch, diese nicht-nur-journalistische Mißachtung in mediale Präsenz umzuschreiben, “entpolitisiert” werden!? War “entpolitisiert” nur eine unexakte Wortwahl, die eigentlich darauf hinweisen wollte, man/frau möchte sich möglichst nicht lange mit dem Tradition-gewordenen, inner-Queeren, ideologischen Hickhack aufhalten, sondern versuchen persönliche/darstellerisch Vielfalt zulassen? Ich kann nur hoffen, dass eine wie-auch-immer-sich-äußernde “Entpolitisierung” keine Voraussetzung war, als “Kultur- und Kreativpilot*in” der Bundesinitiative “Kultur- und Kreativwirtschaft” gelten zu dürfen, nach dem Motto “bloß nicht zu Selbstbewusst und Fordernd”. Das hätte beim Thema, “für welches Gebaren werden Frauen und Mädchen im Alltag belohnt” ungute Tradition.

Relevante Ansprechpartner*innen:

“STRAIGHT”
A Different Perspective on Female Homosexuality
Tchakabum GmbH.
Danziger Strasse 28
10435 Berlin
Vertreten durch: Felicia Mutterer
http://www.straight-universe.com/

“Kultur- und Kreativpiloten Deutschland”
u-institut für unternehmerisches Denken und Handeln
Jägerstr. 65
10117 Berlin
http://u-institut.de/

Gefördert durch:
Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung
http://www.kultur-kreativ-wirtschaft.de
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien), Referat Öffentlichkeitsarbeit
Scharnhorststr. 34-37
10115 Berlin
Postanschrift: 11019 Berlin
Email: info@bmwi.bund.de
http://www.bmwi.de/Navigation/DE/Home/home.html

ZEITjUNG: Eine Marke der Z-LiVE GmbH.
Redaktion: „Die Schreinerei“
Marsstraße 13
80335 München
Email: info@zeitjung.de
https://www.zeitjung.de/

¹ Laura Maria Drzymalla: “Straight: Das Magazin für Frauen, die Frauen lieben”. In: zeitjung.de. Datum: (nicht angegeben). URL: https://www.zeitjung.de/kreativpiloten-straight-magazin-fuer-frauen-felicia-mutterer-interview/. Zuletzt überprüft: 22 Jun 2017.

Bild: “Unicorn”: amcolley. Quelle: openclipart.org. Datum: 23 Jan 2017. URL: https://openclipart.org/detail/271511/unicorn. Zuletzt Überprüft: 22 Jun 2017.

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