Null Bock!

Oranienplatz, Ohlauerstrasse, Gürtelstrasse, … Ⅱ

Some thoughts on “Ein Spätsommermärchen”

Refugee Hungerstrike, Berlin, Brandenburg Gate.

De.:

Es ist wohl hinreichend ersichtlich, dass es kein Nachdenken darüber gibt, wie dem Phänomen Migration zu begegnen ist, sondern nur ein Nachdenken darüber wie die Migration selbst zu verhindern, oder zumindest so unattraktiv wie nur möglich zu machen ist.

Innensenator Henkel (CDU) hat nicht nur kein Interesse daran sich mit protestierenden Flüchtlingen auseinander zu setzen, wenn man ganz ehrlich ist, hat selbst Herr Henkel nicht die nötigen politischen Werkzeuge, Menschen mehr als ein geduldetes Dahinvegetieren zu ermöglichen.

Es gibt meines Wissens, keine Analysen darüber welche Bedürfnisse bei den (nennen wir sei beim Namen) zugewanderten Menschen wirklich vorhanden sind. Die Einrichtungen die sich mit solchen Dingen befassen wie Ausländerbehörde, Arbeitsagenturen, Krankenhäuser, Schulen, soziale Dienste et cetera sind nicht darauf ausgerichtet außerhalb eines sehr eng-gesteckten Wirkungsbereichs zu agieren, selbst wenn es eine umfassende Bedarfsanalyse gäbe.

Mir scheint, dass in Anbetracht derzeitige Marschrichtung der EU Flüchtlingspolitik, selbst wenn wir Flüchtlingen ermöglichen hier zu leben unser Desinteresse für die Bedürfnisse und die Situation der Flüchtlinge selbst führt oft dazu, dass wir zulassen, dass ihre Situation sich verschlechter um dann sie dann an die Ordnungskräften zu übergeben, so wie wir es im Sommer 2014 in Kreuzberg geschehen ist. Um zu verhindern, dass sie im Winter am besetzten Oranien Platz erfroren, duldete man, dass Menschen mehr schlecht als recht in einer leerstehenden Schule hausen, bis die Situation sich verselbstständigte, und man die nächste Notlösung zusammen zimmern musste. Da aber anscheinend weder eine wirkliche Koordination noch Kommunikation möglich war, wurde die Polizei damit betraut das ganze zu überwachen. Der Ausgang ist uns bekannt. Zu sagen dass wir mit der Situation überfordert waren/sind, täuscht darüber hinweg, dass die gebotene Sorgfalt beim Umgang mit dem gesamten Themenkomplex bewusst vernachlässigt wird. Die, die gern Pluralismus hätten haben sich genau so schuldig gemacht wie die, die die abgeschottete National/Identitär-Gemeinschaft beschwören.

Wir haben alle ‘kein Bock’ auf das Thema ‘Fremde in Europa’ und die Leidtragenden sind die Fremden.

Innensenator Frank Henkel (CDU). Wahlplakat. Zitat&#58 "Aurfäumen für Berling" (Eng.: Clean-up for Berlin)

Eng.:

It is sufficiently evident that there is no thought being given to addressing the phenomenon of migration, but merely thought given as to how migration itself can be prevented, or at least made as unattractive as at all possible.

Berlin’s Interior Senator Henkel (CDU) not only has no interest in dealing with protesting refugees, to be totally frank, not even Mr. Henkel has the political where-withal to grant people more than a tolerated status in which to vegetate their time away.

As far as i know, there are no analyses as to what the actual needs of the (lets call them what they are) immigrants really are. The structures that deal with such matters, such as the foreigners office, employment agencies, hospitals, schools, social service providers et cetera are not set up to function out side of a very narrow framework, even if there were a comprehensive needs analysis.

It appears to me given the current direction of EU refugee policy, even if we enable refugees to live here, our lack of interest in the needs and the situation of the refugees themselves tends to lead to their situation being allowed to degenerate, and then to be turned over to law inforcemen as we whitnessed in Berlin, Kreuzberg in Summer 2014. In order to prevent them from freezing to death in the tent squat on Oranien Platz during the winter people were permitted to hole-out for better or for worse in a vacant school until eventually the situation degenerated, and it became necessary to slap together the next emergency solution. Since apparently neither coordination nor communication were possible, the overseeing of the entire matter was turned over to the police. We are well acquainted with the outcome. To maintain, that we were/are overwhelmed by the situation, obscures the fact that the proper pains that should be taken in addressing the entire complex issues are being consciously neglected. Those who espouse pluralism are as guilty of this as those who invoke the hermetically sealed-off national/identitarian body politic.

None of us are ‘in the mood’ for the subject of ‘foreigners in Europe’, and those who must bear the brunt of our whim are the foreigners themselves.

· Bohmhammel, Hanne & Heier, Anne-Kathrin: “Ein Spätsommermärchen”. In: berlinonline.de. Published: 03 Sep 2014. URL: http://www.berlinonline.de/magazin/kolumne/3600176-3401335-ein-spaetsommermaerchen.html (last viewed: 04 Sep 2014).

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