Homo oeconomicus & die Monogamie

Die monogame Norm

wie ich hoffe, weiterführende Gedanken zu:

“Die monogame Norm” (Mme Ève auf WordPress)

“… Wenn für die Daseinsberechtigung zwischenmenschlicher Beziehungen außerhalb der heterosexuellen Norm plädiert wird, so geschieht dies zunehmend innerhalb der Grenzen einer anderen Norm, nämlich der der Monogamie – frei nach dem Motto: ‘Homo-/Bisexuelle können genauso treu sein wie Heterosexuelle und deswegen sind ‘die’ voll okay’. … Dass sich das Klischee der romantischen Zweierbeziehung hartnäckig hält, liegt in seiner christlich-religiösen Tradition begründet, die mittlerweile weitgehend von einem generellen ‘Das macht man halt so’ und den modernen Medien gleich welcher Art abgelöst wurde. …” (“Die monogame Norm”, Mme Ève on WordPress)

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Schöne verständliche Sprache. Guter Einwand.

Gleichmacherei ist aber auch sehr in Mode zur Zeit. Ich unterstelle dem Ganzen nicht nur einen moralischen Hintergrund sondern auch der Wunsch nach einem normierten Homo oeconomicus (in diesem Fall, nicht der Mensch, der ökonomisch handelt, sonder der Mensch, dessen Wünsche dahingehend geformt werden, dass er/sie als Konsument für die Wirtschaft gewinnbringender agiert), der für eine sich immer stärker über Wirtschaftlichkeit definierende Gegenwartskultur urbar gemacht werden soll. Man verdient noch besser an einer Kundengruppe wenn möglichst viele, möglichst gleiche Bedürfnisse verspüren. Das ist effizient, und schafft einen breiteren Markt. Was hat denn das alles mit gelebter, oder gar nur vorgetäuschter Monogamie zu tun?

Wenn man einer einkommensstarken demographischen Gruppe wie sich als homosexuell definierende Männer das Bedürfnis nach ‘Nesting’ suggerieren kann, so wie es seit Ende der 80er der Fall ist, schafft man einen nicht unerheblichen, hochpreisigen Markt, den man umso besser etablieren kann wenn man ihn mit offen ‘schwulen’ Werbeoffensiven auch noch bewerben darf. Die die angebliche Akzeptanz von Homosexuellen (vornehmlich Männern) machte einen spürbaren Sprung nach Vorne vor circa 20 Jahren als an Schaufenstern die Regenbogen-farbenen Aufkleber sich verbreiteten. Man kapitalisierte im wahrsten Sinne des Wortes auf den Ängsten, und Schuldgefühlen der ‘Gay Community’ in der dunkelsten Zeit der HIV/AIDS Krise Ende der 80er Anfang der 90er als die ART noch nicht erhältlich war, und das Massensterben in den Industrieländern noch um sich griff, um zynisch, aber vermutlich unterbewusst ein genormtes ‘schwules’ Marktsegment aus dem Boden zu stampfen. Es fing bei wohltätigen Spenden bei öffentlichkeitswirksamen AIDS-Galen an, geht über Sponsoring von queeren ‘Events’, bis zu Vermarktung ganzer Archipele als ‘schwule Urlaubsparadise’.

Das alles führte dazu das ‘Gays’, wie man uns nun fast überall wohl nennt, gern gesehene Kunden geworden sind. Ob das sich auch in wirklich gestiegener Akzeptanz äußern wird, bliebt meines Erachtens noch abzuwarten.

Kleiner Sonderwunsch: Nenne einen zivilisierten Umgang vielleicht nicht ausgerechnet ‘christlich’ als wären andere Religionsanhänger nicht dazu in der Lage, aber das nur so nebenbei und in aller Freundschaft. Zitat: „…, sondern hier tatsächlich mal von beiden Seiten aus christlich argumentiert wurde, … „

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